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Dies und das

Lebendige Geschichte -  Ganz persönlich  -  Künstlerische Talente


Kunst




Kunst in der Schule:
Unter den Schülerinnen und Schülern finden sich immer wieder wahre Künstler.
        

 

Lebendige Geschichte aus erster Hand

Ein Beispiel von "Öffnung von Schule" - bei uns in der M-E-S ein wichtiges Element: Wir besuchen mit den Schülerinnen und Schülern außerschulische Lernorte oder laden Gäste zu uns ein.

Hier sehen wir Zeitzeugen, die lebendig von ihrer Kindheit im zweiten Weltkrieg erzählen.

 

Ganz persönlich

Abschiedsworte

von Michael F.

Eine Woche nach den Sommerferien bin ich auf diese Schule gekommen, weil ich neu nach Lüdenscheid gezogen bin und erst in eine kleinere Schule gehen wollte.

„Boh, ist die Schule klein“, dachte ich. Dann hatte ich Mathe: „Oh, wie langweilig!“

Mit einigen Schülern aus meiner Jahrgangsstufe kam ich gut aus. Schön war auch, dass ich so schnell Freundschaften schließen konnte, weil ich das vorher nicht geschafft habe. Traurig war es nur wie z.B. vor Weihnachten, wenn diese Leute entlassen wurden. Aber die Kontakte blieben trotzdem erhalten, weil wir uns hin und wieder in Lüdenscheid getroffen haben.

Die Stundenplanung war nicht so gut, weil ich pro Woche ca. acht Frei- bzw. Arbeitsstunden hatte.

Die Weihnachtsfeier hat mir gut gefallen, weil ich eine Hauptrolle in einem Theaterstück gespielt habe. Ich hatte schon einmal eine Hauptrolle, aber da hat man mich rausgemobbt.

An meine Nachfolger: Glaubt immer an euch selber, z.B. Selbstmordgefährdete, verliert nicht den Glauben an euch selber. Es kann nur besser kommen.

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Wie geht es einer Patientin / einem Patienten, wenn sie / er in die Klinik kommt? Welche Gefühle kommen da auf? - Eine sehr persönliche Beschreibung ihrer Situation lieferte uns eine Schülerin für die Schülerzeitung.

Zur Eingewöhnung braucht man Zeit...

Bevor ich hierher gekommen bin und auch später noch, wenn ich bei meinem Ausgang Freunde und Bekannte traf, ergab sich oft ein Dialog:
" Ich bin jetzt in der PSO (Psychosomatik) in der Kinderklinik..."

"Wie...? Praktikum oder was?"
"Ne, ich wohne da!"
Kinnladen klappen runter, ein fragender Ausdruck im Gesicht.
"Wie... und was machst du da? Wie ist es denn da so? Geht's dir da gut?..."
Allzu gerne hätte ich gesagt "Ja, es ist toll hier... so richtig wie Urlaub...", aber die Wirklichkeit sah anders aus:
Die erste Woche war der absolute Horror.
In dieser Woche hatte ich schwere Depressionen, war ständig am Heulen, konnte nicht richtig schlafen, war so verspannt, dass ich zur KG (Krankengymnastik) musste, konnte kaum essen, mir war ständig schlecht und ich hatte heftige Magen-Darm-Probleme...
Bei meiner ersten Gruppentherapie ging's mir so beschissen, dass ich erst mal keine Gruppentherapien mehr zu machen brauchte.
Zum Glück kam ich von Anfang an mit meiner Therapeutin so gut klar, dass sie erkannt hat, dass das noch zu viel für mich war.
Erst jetzt habe ich mich wirklich eingewöhnt und fühle mich hier besser, als "zu Hause" bei meinen Eltern. Nur daran, dass ich meine Freunde nicht täglich sehen kann, muss ich mich noch etwas gewöhnen...aber hier gibt es ja auch genug korrekte Leute, die sicher auch echte Freunde werden können. (... oder schon sind ???)
Eine Woche habe ich gebraucht - das hört sich aus jetziger Sicht nach einer sehr kurzen Zeit an, kam mir da aber vor wie eine Ewigkeit.
Dazu kam die Schule. Obwohl ich vorher auf einem Gymnasium war, hatte ich schon längere Zeit Probleme überhaupt mit dem Unterrichtsstoff mitzukommen. Und dann die SfK ...eine Schule, wo Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Schularten zusammen unterrichtet werden.
Ich geriet in Panik... nie würde ich den ganzen Stoff aufholen können...
Mittlerweile sehe ich den Besuch hier als Erfahrungswert an: Auch wenn ich viel verpasse, lerne ich mal eine ganz andere Art und Weise des Unterrichts kennen. Besonders gut finde ich, dass nur ein paar Schüler zusammen in einer Klasse sind, so ist das Lernen nicht so stressig. Außerdem sehe ich ein, dass ich nicht hier bin, um massig zu lernen, sondern wegen der Therapien und damit ich gesund werde und mein zukünftiges Leben, mit beiden Füßen fest auf dem Boden, angehen kann.

Sabrina (Charly) Koch

 

Inzwischen finde ich es gut hier ...

 Ich heiße Alice und komme aus Meinerzhagen. Seit einem Monat bin ich auf Station JUPS 1 (Kinder- und Jugendpsychiatrie - Red.) in der Kinderklinik Lüdenscheid. Am Anfang war hier auch meine Schwester Katja und hat mir viel über die Station erzählt. Ich wusste, dass ich auch hierher kommen muss und das war einfach schrecklich für mich. Doch als ich neu gekommen bin, hab ich bemerkt, dass hier echt nette Leute sind und dass ich hier sogar ganz viel Spaß haben kann. Jetzt hab ich ganz viele Freunde hier auf der Station und freue mich, dass ich hier bin. Zu Katjas Abschied haben wir (Katja und ich) ein paar Lieder vorgesungen.

Ich schreibe auch selbst meine Lieder und singe sie dann allen vor. Ich finde auch cool, dass wir immer am Montag schwimmen gehen und viel Sport machen. Unsere Zimmerzeiten finde ich auch ganz gut, weil ich dann immer viel Spaß mit Freunden habe. Wahrscheinlich werde ich noch vor den Weihnachtsferien entlassen. Ich freue mich, aber  werde  trotzdem die Station vermissen. Am Anfang wollte ich nicht sprechen und war sehr schüchtern und jetzt mache ich Therapie und traue mich immer mehr und mehr. Natürlich war ich nicht immer nur ganz brav! Ich habe auch schon ein paar mal Zimmerzeit gekriegt, weil ich zickig war. Ich komme auch mit allen Betreuern ganz gut klar, obwohl sie manchmal echt streng sind. Das hat mich am Anfang ziemlich geärgert, aber jetzt weiß ich, dass das schon so sein muss!!! Ich freue mich total, dass ich auf der JUPS bin und, dass ich da viele Freunde habe. Ich hoffe, dass wir immer Kontakt haben werden!!! Ich grüße: Daniel P., Bridget K., Linn und Nadine!!!!!!

Alice

Erfahrungen an der SfK:

Meine Heimatschule für unbestimmte Zeit zu verlassen war mir keineswegs schwergefallen, da die Schulatmosphäre meine Symptome, die mich in die Psychosomatik (PSO) brachten, oftmals verschlimmerte. Aufgrund dessen war ich froh, dass man mich die erste Woche in der Klinik von der Schule verschonte. Doch ich konnte ja nicht ewig flüchten und so stand schon bald auf meinem Therapieplan: Unterricht. Mich fragend, was mich erwarten würde, ging ich nervös zu meiner ersten Unterrichtsstunde Deutsch. In diesem Fach wurde zu der Zeit eine Schülerzeitung erstellt. Da ich bereits zwei meiner Mitschülerinnen von der PSO her kannte und ich sofort in das Unterrichtsgeschehen eingebunden wurde, konnte sich ein Unwohlsein erst gar nicht einstellen.

Normalerweise besuche ich die elfte Klasse eines Gymnasiums und es ist wohl verständlich, dass eine Schule, wie die zukünftige Michael-Ende-Schule, bei einer enormen Bandbreite von Klassen, Schulformen und Unterrichtsstoff nicht das Niveau der Heimatschulen halten kann. Ein jeder ist jedoch bemüht, die Lernlücken möglichst gering zu halten und es den Schülern zu ermöglichen, mit wenig Rückstand im Lernstoff zur Heimatschule zurückzukehren. So bot man mir die Möglichkeit Unterricht in Spanisch zu bekommen, da gerade bei Sprachen verpasster Lernstoff nur mühsam nachzuholen ist.

Eine Klasse in der SfK besteht aus drei bis maximal zehn Schülern, was die Lernatmosphäre sehr angenehm macht.

Des weitern ist ein wichtiger Vorteil dieser Schule, dass hier jeder ein Problem, eine Eigenart oder ein Makel hat und wenn man z.B. wie ich „Ritzerin“ (Autoaggression) ist, muss man sich keine penetranten Fragen zu seinen Wunden oder Narben anhören.

Zusammenfassend möchte ich der SfK und ihren bemühten Lehrern ein Lob aussprechen. Zwar kommt auch hier des öfteren die übliche Schul-Unlust auf, aber dass diese nicht aufkommt wird wohl nie eine Schule erreichen können.

 (Schülerin, 16)

Künstlerische Talente in unserer Schule für Kranke

Schülerinnen Nadine und Selin stellten an der Hohfuhrstraße ihr Arbeiten aus

Erstmals fand in diesem Schuljahr in der Schule für Kranke an unserer Kinderklinik einer Bilderausstellung statt. Zur Eröffnung begrüßte Schulleiter Jürgen Rittinghaus zahlreiche interessierte Besucher.                                        

Im Unterricht war die besondere künstlerische Begabung der beiden aufgefallen. Erfreulich war, dass sie sich motivieren ließen, ihre Bilder einem größeren Publikum zu präsentieren. Die persönliche Einladung durch die Schülerinnen an Eltern, Mitschüler, Lehrer und die Beschäftigten der Kinderklinik fand am Tag der Eröffnung eine gute Resonanz. Auch in den Tagen danach besuchten weitere Interessierte die Ausstellung.

Die Bilder wurden den privaten Sammlungen der Schülerinnen entnommen und auch speziell für diese Ausstellung angefertigt. So war die Ausstellung das Ergebnis einer über mehrere Wochen andauernde fleißigen Arbeit. Nadine und Selin erfuhren durch die Öffentlichkeit eine besondere Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Person. Das Aufgreifen kreativer Stärken der Schüler spiegelt das Anliegen der Schule für Kranke wider, Schüler in ihren individuellen Möglichkeiten zu fördern und ihnen dadurch Selbstbeständigkeit und Selbstvertrauen zu vermitteln.
Daher ist die pädagogische Arbeit an der Schule für Kranke nicht allein auf kognitive Bereiche beschränkt, sondern misst gerade auch dem kreativen Bereich eine besondere Bedeutung zu. 

Insgesamt war diese erstmalige Ausstellung ein Erfolg und Ermutigung, weitere ähnliche Aktionen folgen zu lassen.

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Diese Seite wurde zuletzt geändert: 04.09.2007 von H.-J.Neufert, Ass.: Jens B. u. Anna K.
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